ZuchtGeschlechtsreifeDie Weibchen sind früher geschlechtsreif, als die jungen Böcke. Ungefähr mit 6 Wochen werden die Weibchen das erste Mal brünstig. Sie benehmen sich dann genauso wie die Böcke, d.h. sie umtänzeln ihre Mitbewohnerinnen mit wiegenden Schritten und geben dabei gurrende/knatternde Geräusche von sich. Bevor das Weibchen das erte Mal gedeckt wird, sollte es mindestens 6 Monate alt und wenigstens 700 Gramm schwer sein. Bei der ersten Trächtigkeit darf es aber auf keinen Fall älter als 1 Jahr sein, da es sonst zu Komplikationen kommen kann. Ältere Weibchen nehmen schlechter auf, tragen sehr große Junge aus oder haben Schwierigkeiten bei der Geburt. Um diesem Risiko aus dem Weg zu gehen und seine Lieblinge nicht zu gefährden, ist doch ratsam sich an diese Altersvorgaben zu halten. Die jungen Böcke werden mit 6 - 8 Wochen geschlechtsreif, allerdings sind sie vorher schon fleißig am "üben", indem sie knatternd ihre Mutter, ihre Schwestern und die anderern Weibchen im Käfig umtänzeln und evtl. auch besteigen.PaarungHat man alle Punkte, wie Platz, Zeit, Alter und Gesundheit der Tiere geklärt (und alles ist optimal) kann es losgehen. Alle 16 - 18 Tage ist das Weibchen für ca. 24 Stunden brünstig, wobei die Hauptzeit sich dabei auf ca. 10 Stunden beschränkt. Während dieser Zeit umkreist der Bock das Mädchen immer wieder mit gurrenden Lauten und hüftwiegendem Schritt. In der Hauptbrunst jagt sie ihn nicht wie sonst weg, sondern läßt ihn aufreiten, indem sie sich beinahe auf den Bauch legt, das Hinterteil anhebt und ihm entgegen streckt. Der Deckakt selbst dauert nur wenige Sekunden, wird aber immer wieder wiederholt. Nach erfolgreicher Begattung verschließt der Bock die Scheide mit dem sog. Deckpfropfen, um ein Herausfließen des Spermas zu verhindern. Hat keine Befruchtung stattgefunden, verschließt sich die Scheide wieder bis zur nächsten Brünstigkeit. Dann kann "Mann" sein Glück noch einmal versuchen.TragzeitDie Tragzeit beträgt ca. 68-72 Tage. Je nach Wurfgröße kann der Termin um einige Tage schwanken. Hat man die Paarung beobachtet, kann man den Wurftermin ziemlich genau errechnen und sollte sich diesen dann auch notieren, dann kann man sich auf das große Ereignis ziemlich genau vorbereiten. Ab der 4-6 Woche wird das Weibchen sichtbar runder. Wenn man etwas Geduld hat, kann man etwa ab der 6. Woche die Kindsbewegungen fühlen und auch sehen. Jetzt sollte man von dem tragenden Tier jeglichen Streß fernhalten. Zum Ende der Trächtigkeit hat das Weibchen ungefähr die Hälfte ihres eigenen Gewichts zugenommen, was natürlich eine enorme Belastung für Körper und Kreislauf bedeutet. Jetzt ist eine optimale Versorgung mit hochwertigem und vitaminreichen Futter besonders wichtig. Ja, und nun kann man nur noch warten.Tipp:Wir haben es schon des öfteren erlebt, dass die Mutti´s direkt nach der Geburt einen blanken/blutigen Po hatten und auch ihre eigenen Babys nicht mehr an sich herangelassen haben. Ob es Calziummangel oder eine Reaktion auf zu zitrusreiche Nahrung war, wissen wir leider nicht. Auf jeden Fall haben wir bei unseren letzten Würfen schon einige Zeit vor dem errechneten Termin angefangen ihnen regelmäßig Calzium in´s Trinkwasser zu gebe. Auch haben die werdenden Mami´s die letzten Tage vor der Geburt keine Zitrusfrüchte und kein Vitakombex mehr bekommen. Und sieh an, dass Fell blieb doch tatsächlich dran und kein blutiger Po mehr.GeburtSteht der errechnete Geburtstermin kurz bevor, muss man auf jeden Fall den Bock aus dem gemeinsamen Käfig nehmen, denn direkt nach der Geburt kann das Weibchen schon wieder gedeckt werden. Auch andere trächtige Weibchen sollte man nicht bei der Geburt dabei lassen, da die Wehen eventuell ansteckend wirken können und dann einen Fehlgeburt ausgelöst wird. Ca. eine Woche vor der Geburt fängt die Schambeinfuge an, sich langsam zu öffnen (sonst ist diese fest verschlossen). Ist der Spalt so weit geöffnet, dass man mit dem Daumen ohne Schwierigkeiten in die Fuge fassen kann, steht das große Ereignis in den nächsten 24 - 48 Sunden bevor. Ist es dann endlich soweit, zieht sich das Weibchen in eine ruhige Ecke des Käfig´s zurück. Wenn es richtig los geht, dauert es nur einige Preßwehen und schon zieht die Mutter das erste Baby unter ihrem Bauch nach vorne. Dabei beißt sie ihm sofort die Eihaut am Kopf auf, damit das Kleine alleine atmen kann. Diese Haut frißt sie ebenso auf, wie die Plazenta die nach jedem Baby folgt. Dann folgt eine Geburt nach der anderen. Insgesamt dauert es nicht länger als eine Stunde, bis alle Babys das Licht der Welt erblickt haben. Sollte es einmal passieren, dass die Babys zu schnell hintereinander geboren werden, kann es sein, das die Mutter es nicht alleine schafft die Kleinen auszupacken. Dann muß man ihr etwas helfen (wenn man das Glück hat und das große Ereignis mit erleben darf), in dem man den Jungtieren unter dem Kinn an der Eihaut zieht,diese somit öffnet und ihnen das Atmen ermöglicht. Ist die Mutter in diesem Fall alleine und die anderen Tiere im Käfig helfen nicht , müssen die Babys qualvoll ersticken.Die Entwicklung der BabysDie Babys haben je nach Wurfgröße ein Gewicht von 60 - 150 Gramm. Auch wenn ein Weibchen nur zwei Zitzen hat, kann sie trotzdem ohne Probleme vier oder mehr Junge sehr gut versorgen. Ab dem zweiten Tag fangen die Kleinen bereits an am Futter herum zu knabbern. Die Säugezeit beträgt etwa vier Wochen. Mit einem Gewicht von ca. 250 Gramm können die Jungtiere dann schon in ihr neues Zuhause umziehen. Einige Böckchen beginnen schon ab der 3 Woche ihr Balzverhalten zu üben, ganz wie die Großen. |